Beschluss im UBV-Ausschuss am 28.04.2022 zum Baustoffrecycling in Planegg

Unten folgernder Link führt zu der aktuellen Berichterstattung: “Ja zu befristeter Recyclinganlage signalisiert” des Münchner Merkurs.

Unsere Position dazu:

Einerseits sind wir bekanntlich der Meinung, dass der Kiesabbau im Würmtal nicht so weitergehen kann wie bisher, sei es im Forst Kasten oder im Lochhamer Schlag. Es ist im Würmtal schon genug Wald einer trostlosen Kraterlandschaft gewichen, und die mit großer Verzögerung folgende Renaturierung kann uns nicht überzeugen.

Andererseits haben wir uns mit unserer Petition zur Kieswende im Jahr 2019 und den Berichten über den Vorzeigeunternehmer Walter Feeß aus Baden-Württemberg sowie das Musterland Schweiz dafür stark gemacht, dass die längst anderswo etablierte Technologie des Beton-Recycling endlich auch in Bayern Fuß fasst, ganz im Sinne des nach wie vor beharrlich missachteten Kreislaufwirtschaftsgesetzes.

Einer nachhaltigen Technologie muss Raum gegeben werden, und wir können nicht einfach nach dem St.Florians-Prinzip sagen, Baustoffrecycling solle praktiziert werden, aber bitte nicht bei uns.

Es handelt sich hier weder um Waldgebiet noch um Erholungsflächen, sondern um ein Stück Feld.

Zwei benachbarte Flächen im Norden und Süden werden seit langem durch dauerhaft genehmigte Anlagen genutzt, nämlich ein Asphaltmischwerk und eine Kompostierungsanlage (siehe Abbildungen).

Designiertes Feld für die Recyclinganlage mit angrenzendem Asphaltmischwerk.

Tiefer gelegtes Asphaltmischwerk

Kompostierungsanlage

Wenn das gesamte Gebiet einmal zu einer Erholungsfläche entwickelt werden soll, dann ist dies mit den bereits bestehenden Industrieanlagen und dem damit verbundenen Verkehr wohl undenkbar! Daher passt die geplante Recyclinganlage durchaus in diese Umgebung, solange die beiden unbefristet genehmigten Anlagen dort bestehen.

Allerdings hat der Gemeinderat den Fuß in der Tür behalten, was die Dauer der Nutzung der Recyclinganlage sowie die Betriebsbedingungen betrifft. So muss auch sichergestellt werden, dass die Bewohner des Wohnviertels Im Grund keinen Belastungen durch Immissionen ausgesetzt sind.

Der UBV-Ausschuss des Gemeinderats hat zwar einen einstimmigen Beschluss gefällt, aber bezüglich der Bedingungen für den Betrieb einer Recyclinganlage ist noch nichts entschieden.

Herr Wahl hat auf unsere Nachfrage zugegeben, dass die Fa. Glück gerne im Anschluss an die Verfüllung der Planegger Kiesgrube eine weitere derzeit beantragte Kiesgrube im Lochhamer Schlag verfüllen möchte. Er wünscht sich daher einen Zeithorizont von mindestens 20 Jahren.

Wir haben uns jedoch in unserem Artikel klar gegen den Kiesabbau im Lochhamer Schlag positioniert, und wir werden einer Verlängerung der Genehmigung über die Verfüllung der angrenzenden Planegger Kiesgrube hinaus sicher nicht zustimmen. So lange darf u.E. auch der beim Recycling übrig bleibende Abfall dort verfüllt werden. Bis in ca. 7-8 Jahren, wenn die Verfüllung beendet ist, muss es möglich sein, einen verkehrsgünstig gelegenen Platz für einen Recycling-Park an der Autobahn zu finden, so wie das bei der vorbildlichen Anlage des Bundesumweltpreisträgers von 2018, Walter Feeß in Kirchheim/Teck, der Fall ist.

Hier die aktuelle Berichterstattung: “Ja zu befristeter Recyclinganlage signalisiert” des Münchner Merkurs:

https://www.merkur.de/lokales/wuermtal/planegg-ort29296/ja-zu-befristeter-recyclinganlage-signalisiert-91511760.html

 

 

 

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