Germeringer Straße: Schnelle Abhilfe oder Megaprojekt in ferner Zukunft?

Wir haben im letzten Jahr über die gesundheitsgefährdende Verkehrs- und Lärmsituation berichtet und die unverzügliche Durchsetzung der gutachterlichen Empfehlungen von 2018 gefordert, Tempo 30 auch tagsüber und lärmmindernder Asphalt.

Nur so kann laut Gutachten der Lärmpegel unter die Grenze der Gesundheitsbeeinträchtigung gesenkt werden. Beides wurde aufgeschoben, Tempo 30 (Beschluss: innerhalb von 5 Jahren) kam dann kurz nach unserer öffentlichen Forderung aber doch innerhalb kürzester Zeit. Von der Asphaltsanierung (Beschluss: Langfristig) hört man nichts.

Wir haben außerdem eine Begrenzung des Schwerverkehrs gefordert, der besonders gefährlich für Fußgänger ist und die schlimmste Lärmquelle darstellt, auch durch Schlaggeräusche an Fahrbahn-Unebenheiten, die bei einer Asphaltsanierung verschwinden würden. Wir begrüßen daher, dass der Landrat nun den Vorsatz gefasst hat, den Lkw-Verkehr im ganzen Landkreis auf die Autobahn zu bekommen. Wir werden die Entwicklung dieses Themas auch nach der Wahl genau verfolgen.

Pünktlich zur Wahl schlägt nun ein Mitbewerber einen 2 km langen Tunnel für die Germeringer Straße vor, von der westlichen bis zur östlichen Ortsgrenze des Ortsteils Planegg. Die Länge entspricht etwa der des B2-Tunnels unter Starnberg, der 30 Jahre lang heftig umstritten war und selbst nach Baubeschluss noch keineswegs sicher kommt.

Ein solches Großprojekt würde mehr Verkehr anziehen und der Nachbargemeinde Neuried entsprechend mehr Verkehr bescheren, die dann auch Anspruch auf Entlastung hätte. Allein deshalb würde der zuständige Landkreis ein isoliertes Projekt für Planegg niemals beschließen, es müsste also eine großräumige Lösung her. Letztlich würde man diese vermutlich in die Planung des Südrings einbinden, der im Süden von München allerdings sehr umstritten ist.

Die bisherige Planung sieht außerdem andere Trassen vor. Der Südring, Bauzeit 10-15 Jahre, geistert seit einem halben Jahrhundert durch den Bundesverkehrswegeplan und verschwindet zwischendurch wieder, wie zuletzt bis mindestens 2030.

Fazit: Niemand kann vorhersehen, was letztlich gebaut wird und wieviel Jahrzehnte dafür ins Land gehen. Aber so viel ist klar: Die Germeringer Straße benötigt jetzt eine ausreichende Entlastung!

 

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